Das Gebiet am Zusammenfluss von Segre, Cinca und Ebre im Norden der iberischen Halbinsel heißt
Aiguabarreig. Es ist der größte Zusammenstrom von Flüssen auf der iberischen Halbinsel und vermutlich auch der mit dem größten biologischen Interesse.
Von Katalonien aus wird der Teil verwaltet, in dem sich alle Flüsse, Bergausläufer und Grenzgebirgsketten
(Montlober-Massiv, Anhöhen Montmeneu und Almatrets) innerhalb des Plans für Zonen mit besonderem Naturinteresse
( PEIN) und des Xarxa Natura 2000 befinden einschließlich der Gemeindegebiete von
Seròs, Massalcoreig, La Granja d`Escarp und Almatret (Segrià - Spanien) und La Pobla de Massaluca (Terra Alta).
Das Westufer liegt im Landkreis Baixa Cinca mit den Dörfern Vilelle de Cinca, Saidi, Fraga, Torrent de Cinca und
Mequinensa und ein kleines Stück (Faió) am Rand des Matarranya. Diese Gebiete werden von Aragó aus verwaltet. Auf
dieser Seite wurde bis jetzt noch kein Naturschutzprozess eingeleitet, aber im September 2001 wurde das Gebiet zum
Sondervogelschutzgebiet (ZEPA) Matarranya-Aiguabarreig erklärt. Es umfasst das mittlere Gebiet des Aiguabarreig
südlich von Torrent de Cinca über den gesamten Flussbereich von Mequinensa bis zum Zusammenfluss mit dem Matarranya
im Landkreis gleichen Namens. Durch das Becken des Matarranya gehören zum ZEPA die Gemeinden von Faió, Favara und
Maella.
Landschaftlich betrachtet gibt es im Aiguabarreig Hunderte von Metern breite Wasserstellen mit zahlreichen
Inseln und die größten Uferwälder am Ebre, riesige Massen vom Röhricht und weitläufige Kieselflächen, Süß- und
Salzwasserlagunen, Reisfelder und Bäche. Hier treffen die Steppenvegetation aus der Wüste der Monegres und die
Mittelmeervegetation aus dem Gebiet des Ebre zusammen. Die Verflechtung der Flussufergebiete und der Lagunen
bringen diesen außergewöhnlichen biologischen Reichtum hervor.
Aufgrund dieser Merkmale leben hier Arten aus vollkommen gegensätzlichen Umgebungen zusammen. Besonders zu erwähnen
sind Vögel von Nachtreiherkolonien oder allen Arten von Raubvögeln bis zu den Wüstenvögeln. Darunter sind auch in
Europa seltene und bedrohte Arten stark vertreten. Hinzu kommen natürlich auch Reptilien, Amphibien und Säugetiere,
Fledermäuse sowie große Populationen von Hirschen, Fischottern und wilden Ziegen. Hervorzuheben sind die vielen
endemischen Insektenarten. Im Wasser überleben Populationen von einheimischen Fischarten wie dem Fraret oder dem
Süßwasserbleniden nur mit Schwierigkeiten (durch die Folgen der Stauseen und der Einführung von Welsen).
Das Flussgebiet des Aiguabarreig ist ein Feuchtgebiet mit großer Bedeutung für die Fortpflanzung und die
Überwinternung der Zugvögel. Seine Lage mitten in einer Senke und die Nähe des Deltas tragen zu seiner Rolle als
außerordentlich wichtiges Bindeglied bei. |